IWC-Werbekampagne
Was mir persönlich immer noch gut gefällt, war die Werbekampagne der schweizer Uhrenfirma IWC, auch wenn die Kampagne schon 1-2 Jahre zurückliegt und von vielen als “Frauenfeindlich” eingestuft wurde.
Gerade in der Schweiz gab es darüber recht erhitze Diskussionen und da ich letztens wieder auf einen Bericht dieser Werbung gestossen bin, habe ich probiert alle Anzeigen der Kampagne zu sammeln.
Die Firma IWC produziert Luxusuhren für Männer. Seit 1868 und solange es noch Männer geben wird …
Und dennoch - oder gerade deswegen: Auch Frauen tragen diese Uhren … und das nagt am Lebensgefühl von uns Männern …
Genau hier setzt die Kampagne an, mit einer guten Portion Selbstironie …
Entworfen wurde die IWC-Kampagne von der Wirz-Gruppe aus Zürich, die sich mit einer ganzseitigen Anzeige in der NZZ am 18.03.2005 von der IWC verabschiedete:
Jetzt sind wir unser Macho-Image los.
Über 1000 Anzeigen in der internationalen Presse. 3 bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission. 84 Briefe, 84 Antworten. 2-stelliges Umsatzplus jährlich für IWC, 12 Kreativpreise für Wirz und 3 Effies für beide. 1 nicht amüsierter Bundesrat und 1 amüsantes Plakat für ihn ganz allein. Wirz Werbung verabschiedet sich von IWC und freut sich auf den nächsten Unternehmer aus der Uhrenbranche mit genauso viel Mut zu einer klaren Positionierung und Profilierung.
Recht interessant an der ganzen Geschichte und vor allem an den Diskussionen über “Frauenfeindlichkeit” und ähnliches ist auch die Tatsache, dass es sich bei einem der Plakate über die diskutiert wurde garnicht um eine Anzeige der IWC handelte, sondern um ein Plagiat aus den Tiefen des Internets:
Stellungnahme und Richtigstellung der IWC Schaffhausen und Wirz Werbung, Zürich, vom 18.12.2003 (gekürzt):
“Bei der Schlagzeile “… Tickt aber richtig” handelt es sich um ein Fake mit unbekannter Herkunft. Das Sujet ist daher auf der Website nicht vorhanden.
Die Firmen IWC Schaffhausen und Wirz Werbung, Zürich, bedauern die Existenz und die Publizität dieses Elaborats unbekannter Herkunft. Das Plagiat ist offensichtlich in Anlehnung an die Werbekampagne von IWC entstanden, die seit vier Jahren mit dem Slogan “IWC. Seit 1868 und solange es Männer gibt.”, wirbt. Mit den heute fast jedermann zur Verfügung stehenden Mitteln elektronischer Bildbearbeitung ist es leider relativ einfach, z.B. ein Plakat so abzuändern, dass es als echt erscheint und für das Original genommen wird - zumal im vorliegenden Fall das Plakat mit Umgebung gezeigt wird, um Echtheit zu suggerieren. Es braucht schon eine Fachperson um fest zustellen, dass es sich um eine Fotomontage handelt. Wir bedauern diesen Vorfall ausdrücklich.”
“IWC. Seit 1868. Und solange es noch Männer gibt.” So lautet die Position, die wir mit der Kampagne beziehen. Natürlich nicht im Sinne einer Kampfansage gegen die Stellung der Frau, sondern vielmehr als nicht so tierisch ernst gemeintes Plädoyer für die Männlichkeit und mit dem erklärten Marketingziel vor Augen, zu den bestehenden neue Käufersegmente für die Marke IWC zu erschließen.
Überraschenderweise sind es mehr Frauen als Männer, welche die in den Aussagen steckende Ironie erkennen vielleicht, weil gerade sie sich schon seit langem ernsthaft genug mit dem Thema “Geschlechterrollen/Geschlechterkampf” auseinandergesetzt haben.”







