10. November 2007

Diskussion um Tempolimit - Blödsinn geht weiter …

Geschrieben von Klaus in Zeitgeist, Allgemein 50 mal gelesen

280.jpg“Mit mir wird es kein Tempolimit geben”

Dies sagte Bundeskanzlerin Merkel bezüglich dem von der SPD geforderten einheitlichen Tempolimit auf Autobahnen (130 km/h). Eine knappe Mehrheit stimmte beim SPD-Bundesparteitag für einen entsprechenden Antrag.

Ich hoffe nur, Frau Merkel steht zu Ihrem Wort …

Die Diskussion über ein Tempolimit 130 ist meiner Meinung nach völlig überflüssig. In der Regel kann sowieso nicht schneller gefahren werden bei dem Verkehrsaufkommen. Wenn es aber die Verkehrsverhältnisse zulassen, dann soll auch schneller gefahren werden dürfen. Für die Umwelt bringt es - nach allem was ich bisher gelesen habe - wohl auch nichts.

tempolimit.jpgZum Schutz der Umwelt könnte man wesentlich effektivere Maßnahmen als ein generelles Tempolimit ergreifen.

Ein Beispiel für eine umweltfreundliche Lösung wäre eine vernünftige Umgestaltung des Kfz-Steuersystems. Eine CO2-Ausstoß abhängige Abgabe würde Anreize schaffen, dass die Menschen vermehrt moderne schadstoffarme Autos kaufen.

Flexible Geschwindigkeitsregelungen und Streckenbeeinflussungsanlagen, die sich an das aktuelle Verkehrsaufkommen und die aktuellen Umfeldbedingungen anpassen. Räumlich und zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie Lkw-Überholverbote ermöglichen es, gezielt an gefährlichen Streckenabschnitten oder zu Zeiten hohen Verkehrsaufkommens eine Temporeduzierung und zugleich eine erhöhte Aufmerksamkeit des Autofahrers zu bewirken.

Die Argumente für ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Autobahnen wurden in den letzten Jahren immer wieder diskutiert. Gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen sprechen eine Reihe guter Gründe:

  • Die deutschen Autobahnen sind die bei weitem sichersten Straßen im überörtlichen Straßennetz. Auf den Autobahnen werden 31,3 Prozent aller Kraftfahrzeugkilometer abgewickelt, während der Anteil aller Verkehrstoten bei vergleichsweise geringen 12,3 Prozent liegt. Der Anteil der Verunglückten ist mit 7,5 Prozent ebenso wie der Anteil der Unfälle mit Personenschäden mit 6,2 Prozent unterdurchschnittlich.
  • Die Zahl der Getöteten auf Autobahnen pro eine Milliarde Fahrzeugkilometer liegt in Deutschland bei 3,17 mit jährlich fallender Tendenz. Ein Zusammenhang zwischen generellem Tempolimit und Sicherheitsniveau auf Autobahnen ist im internationalen Vergleich nicht feststellbar.
  • So schneiden zahlreiche Länder mit Tempolimit schlechter ab als Deutschland, wie z. B. Belgien, Finnland, Österreich, Slowenien, Tschechien und die USA. In Österreich, wo ein generelles Tempolimit von 130 km/h gilt, liegt die Getötetenrate bei 6,7 und ist damit doppelt so hoch wie in Deutschland.
  • Der Brennpunkt des Unfallgeschehens liegt dagegen auf den Landstraßen. Bei einem Fahrleistungsanteil von etwa 40 Prozent sind dort etwa 60 Prozent aller Verkehrstoten zu registrieren. Das Risiko auf Landstraßen getötet zu werden, ist etwa viermal so hoch wie auf Autobahnen.
  • Ein Tempolimit führt nur zu unwesentlich weniger Schadstoffemissionen. Die technischen Maßnahmen der Vergangenheit zur Emissionsminderung wie Katalysator und Partikelfilter haben sich als sehr effektiv erwiesen. Eine verbesserte Luftqualität kann durch den Einsatz moderner Technologien viel wirksamer erreicht werden.
  • Auch der Kohlendioxidausstoß des Straßenverkehrs wird durch ein Tempolimit nicht nennenswert verringert. Bei einem Tempolimit von 120 km/h sinkt der bundesweite Kraftstoffverbrauch lediglich um rund 2 Prozent Geht man davon aus, dass -optimistisch gerechnet - sich drei Viertel der Autofahrer an ein Tempolimit halten, dann beträgt die Kraftstoffeinsparung sogar nur noch 1,4 Prozent.
  • Ein generelles Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen führt leider zu keiner nennenswerten Steigerung der Leistungsfähigkeit. Die größte Leistungsfähigkeit einer Autobahn läge erst bei viel langsameren Geschwindigkeiten wie ca. 80 km/h. Dieses Geschwindigkeitsniveau ist jedoch für ein generelles Tempolimit nicht akzeptabel, da dies Verkehrsverlagerungen ins nachgeordnete Straßennetz verursachen würde. In der Folge würden die Getötetenzahlen im Straßenverkehr aufgrund des deutlich höheren Unfallrisikos auf Landstraßen steigen.

Meine ganz persönliche Meinung:

In rund 90% der Fälle hat man während der Hauptverkehrzeit sowieso nicht die Chance über 130 km/h zu fahren, weil der Verkehr es garnicht zulässt … während der anderen 10%, wenn man beispielsweise am späten Abend aus Frankreich oder der Schweiz die Grenze überquert, könnte man die letzten Kilometer auf freier und gut ausgebauter Strecke - passende Wetterverhältnisse vorrausgesetzt - zügig zurücklegen und wäre schneller und entspannter Zuhause.

Aber nein, gewisswe “Besserwisser” wollen dann in diesen seltenen Momenten dafür sorgen, dass man noch Stunden lang auf völlig freier Strecke herumzockeln muss … wobei man vor Langeweile fast einschläft!

Tolle Idee … völlig überflüssig und völlig sinnlos!

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