Ein Kilo Espresso für 40 EUR …
Komischerweise haben es die Hersteller von Kaffeepads und ganz besonders von Espresso-Kapseln geschafft, die sonst so sparsamen Deutschen gehörig hinters Licht zu führen und ihnen ganz unverhohlen sehr viel Geld aus der Tasche zu ziehen…
Natürlich - scheint es so etwas wie ein Naturgesetz zu sein, dass alles was im Fernsehen ausgiebig genug beworben wird auch seine Käufer findet …
Mal ganz ehrlich, so ein klein wenig Nachrechnen sollte doch nicht soooo schwierig sein:
Aus einem Kilogramm Kaffee (1000g) erhält man bei einer Menge von 6-7 g pro Tasse zwischen 143 und 166 Tassen Espresso.
Die führenden Hersteller von Espressokapseln verlangen zwischen 0,31 und 0,38 Euro pro Portion und Tasse.
Es ergibt sich daher folgender Kilopreis, ausgehend von 150 Tassen/kg zwischen irrsinnigen 46,50 und 57,00 Euro.
Das sind Preise für wahre Feinschmeckerkaffees oder absolut hochwertigen Espresso:
- New York Espresso (Testsieger in ‘Der Feinschmecker’) unter 30,00 Euro
- Giamaica (Spezialitätenrösterei aus Verona) bis 30,00 Euro
- Jolly (ebenfalls häufiger Testsieger) deutlich unter 30,00 Euro
Doch damit noch nicht genug …
Die meisten Kapseln bestehen aus Aluminium (Schmelzpunkt …). Selbst noch einmal verpackt in ein schönes Display aus bedrucktem Karton ist es wirklich ein Irrsinn, was da im Mülleimer landet - ohne die geringste Chance auf Recycling.
Bei den Kapselsystemen bestehen meistens Patente, die es Mitbewerbern unmöglich machen, Konkurrenzprodukte anzubieten. Hat man sich also zu einer Kapselmaschine überreden lassen, ist man auf Gedeih und Verderb einem einzigen Lieferanten ausgeliefert.
Gedeih steht für die freie konkurrenzlose Preisgestaltung, Verderb dagegen, wenn irgendwann die Produktion der Kapseln eingestellt wird … obwohl es dazu in nächster Zeit wohl nicht kommen wird - zu viele Kühe wollen schlieslich gemolken werden.








am 18. November 2007 um 22:57
Du bringst es auf den Punkt! Aber leider rechnen die meisten nicht nach … ich kenne auch einige leute, die der Meinung sind sie würden ja nicht viel Kaffee trinken und die Maschinen sind eben viel günstiger. Da könne man ja ein bisschen mehr für die Pda/Kapseln bezahlen, der Konsum sei ja auch gering.
Würde man da einmal auch nur 5 kg Kaffeekonsum pro Jahr rechnen, dann können diese sich einfach die hochwertigen Siebträger zum Beispiel kaufe und sie würde nach kurzer Zeit den Mehrpreis gegenüber den Kapselsystemen wieder raushaben.
Es geht nicht über gutes Marketing
Gruß,
Jens