Facebook und die Privatsphäre
Spähwerbung empört Facebook-Nutzer
Facebook schnüffelt das Online-Verhalten seiner User aus und vermarktet die Daten direkt an Werbepartner. Bereits letzte Woche hatte ich hierzu einen Artikel hier im Blog …
Wie weit darf eine Web-Seite gehen, um Geld zu machen?
Datenschützer und Nutzer der US-Website Facebook.com zeigen sich empört über das Facebook-Feature “Beacon” (Leuchtfeuer). Seit ungefähr zwei Wochen zeichnet Facebook das Online-Kaufverhalten seiner Nutzer auf und informiert dessen Facebook-Freunde über die Einkäufe (Bericht auf SPIEGEL-ONLINE) …
Das Kalkül hinter dieser Vorgehensweise: Was Freunde eines Users kaufen, könnte auch für andere in Frage kommen.
Die Frage, die sich eigentlich jeder User stellen sollte, ist: Wie weit darf eigentlich eine Web-Seite in die eigene Privatsphäre dringen, was darf ein Webseitenbetriber mit all diesen - teils doch sehr persönlichen Informationen anstellen?
Diese Frage ist nicht neu, soziale Netzwerke werden längst nicht mehr nur als Webseiten gesehen, sondern erscheinen - nüchtern betrachtet - immer mehr auch als ernsthafte Gefahr für den Datenschutz. Auch hierzu gab es letzte Woche einen sehr interessanten Bericht auf Spiegel-Online. Doch Facebook überschreitet hier eine allgemeine Grenze, indem es die Aktivitäten der User auf anderen - über Werbepartner verlinkte Seiten einholt und in die eigene Seite einspeist - und die Nutzer damit vor den Werb-Karren spannt.
Facebook versuchte sich gegenüber der Nachrichtenagenturen zu rechtfertigen: Beacon biete den Nutzern eine einfache Möglichkeit, “relevante Informationen von anderen Seiten” mit ihren Freunden zu teilen. Die Informationen würden nur innerhalb “einer kleinen Auswahl” des Netzwerkes eines Users veröffentlicht - nicht öffentlich im Netz, nicht für alle anderen Facebook-User … außerdem könne ja jeder Facebook-Nutzer auf verschiedenen Wegen bestimmen, dass Facebook die gesammelten Daten nicht weiterleitet.
Diese Argumente sind aber “scheinheilig”: Seite für Seite müsste sich ein User, der einen Einkauf nicht veröffentlichen will, aus dem Programm austragen … ein recht mühsames Unterfangen.
Opt-out heißt das … ein User muss sich ständig selbst “austragen” … viele, die sich z.B. nicht ganz sicher sind, aus was sie sich eigentlich austragen sollen, klicken “zur Sicherheit” lieber nichts an … wer im Netz den Durchblick zwischen Werbebanner und Pop-ups verloren hat, bemerkt die Aufforderung zur Aussonderung möglicherweise erst gar nicht.
Eine kundenfreundliche Opt-in-Variante wäre jedoch für die werbenden Firmen ungünstig …







