15. Dezember 2007

60 Jahre Fotoagentur “Magnum”

Geschrieben von Klaus in Literatur, Photographie 146 mal gelesen

magnumlogo.gifEs sind Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen: die Aufnahmen der “Magnum”-Fotografen … jetzt feiert die Agentur ihr 60-jähriges Bestehen

Die älteste und renommierteste Fotografenagentur der Welt feiert Geburtstag. Vom sterbenden Soldaten im Spanischen Bürgerkrieg Robert Capas über den Besuch im Bordell von Antoine d’Agatas bis zum Blick auf die Überflussgesellschaft von Martin Parr: Immer wieder schießen Magnum-Fotografen Bilder, die die Welt (be)deuten.

Vor sechzig Jahren trafen sich in Paris vier der weltbesten Fotografen und gründeten eine Agentur, die sie der Größe der Champagnerflasche nach benannten, die sie im Anschluss leerten: Magnum.

Es waren Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour, George Rodger. Sie kamen aus Ungarn, Frankreich, England, Polen. Sie waren Ende dreißig … alle Einzelgänger und jeder von ihnen hatte lange schon seinen eigenen Stil entwickelt - aber es gab genügend Dinge, die sie verbanden, und darauf gründeten sie ihre Agentur.

Sie waren Moralisten, Künstler, und natürlich Geschäftsleute. Als Moralisten waren sie einst aus dem Krieg gekommen und immer wieder in ihn zurückgekehrt. Als Künstler wollten sie sich ihre Themen nicht von einer Redaktion vorgeben, ihre Fotos nicht beschneiden lassen. Sie wollten die Rechte behalten, damit sie sie mehreren Magazine verkaufen konnten, um so Geld zu haben für eigene Themen, denn Geschäftsleute waren sie ja auch.

Heute gehören 46 Fotografen zur Agentur. Jeder, der dazukommt, muss einstimmig angenommen werden, von denen die schon da sind. Dafür reicht es nicht aus, so hat einer mal erzählt, dass man sagen könne: was für ein Fotograf!

Man müsse sagen können: was für ein Mensch! Magnum ist eine Ansammlung von Individualisten, die jeder an ihrem eigenen Stil zu erkennen sind. Die Agentur selbst hat keinen, aber so etwas wie eine Methode.

Auf diese Weise entstanden Bilder, die zeigen, dass die Welt das ist, was die Menschen aus ihr machen. Sie sind es, die Revolutionen beginnen, Städte bauen, Kriege führen, die morden, trauern, lachen, spielen …

Wie Che Guevara eine Zigarre raucht, wie James Dean mit hochgeschlagenem Kragen bei Regen über den Times Square geht, wie die Sowjets in Prag einmarschieren oder wie die Blume, die im Gewehrlauf des amerikanischen Soldaten steckt.

Es gibt Fotos, mit denen hat die Agentur sich ins Gedächtnis der Menschheit geschrieben. Es geht in ihnen schlicht um alles, und manchmal mussten die Fotografen dafür mit ihrem Leben einstehen … 1954 trat Capa in Vietnam auf eine Mine. 1956 wurde Seymour in Ägypten erschossen. Nur neun Jahre, nachdem Magnum gegründet worden war, lebten zwei ihrer ersten Mitglieder schon nicht mehr.

Von jenem Tag damals in Paris als die Agentur gegründet wurde, gibt es kein Bild … aber es war ein entscheidender Augenblick.

Weiterführende Links:

Homepage Fotoagentur Magnum

Artikel auf stern.de - 60 Jahre Magnum Photos

Das offizielle Buch zum Jubiläum:

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