Portrait Helmut Newton
Helmut Newton wurde 1920 als Sohn einer Fabrikantenfamilie in Berlin geboren. Bis 1936 besuchte er das Gymnasium, welches er aber abbrach, nachdem er schon zu dieser Zeit mehr dem Schwimmen, den Mädchen und dem Fotografieren zugetan war.
Schließlich begann er 1936 eine Lehre als Fotograf. Seine Lehrerin war die bekannte Berliner Fotografin Yva (Else Simon), die 1938 ihr Atelier wegen Berufsverbots schließen musste und später zu den Opfern des Nationalsozialismus zählte.
Zwei Jahre später - kurz nach seinem 18. Geburtstag - brach er die Lehre ab, um Deutschland in Richtung Singapur zu verlassen. Dort arbeitete er zwei Wochen als Bildreporter bei der Singapore Straits-Times, bevor er wegen Unfähigkeit entlassen wurde.
Die Kriegsjahre ab 1940 verbrachte er in Australien, wo er zunächst als LKW-Fahrer bei der Armee und beim Eisenbahnbau arbeitete. 1945 eröffnete er ein Fotostudio in Melbourne. Ein Jahr später nahm er die australische Staatsangehörigkeit an. 1948 heiratete er die Schauspielerin June Browne (Schauspielerpseudonym June Brunell, da es schon eine Schauspielerin mit dem Namen June Browne gab), mit der er bis zu seinem Tod zusammen lebte. Sie war seit den 1970er Jahren selbst als Fotografin unter dem Pseudonym Alice Springs tätig.
Ab 1956 arbeitete Helmut Newton für die australische Ausgabe der Vogue, welche sein Hauptarbeitgeber wurde. Nach und nach verpflichteten ihn auch die französische, italienische, amerikanische und die deutsche Ausgabe, sowie auch weitere Modezeitschriften. Seit den 1970er Jahren war Newton einer der begehrtesten und teuersten Mode-, Werbe-, Portrait- und Aktfotografen der Welt.
Sein erster Bildband - White Women - erschien 1976.
Seit 1981 lebte Helmut Newton mit seiner Frau in Monaco – die Wintermonate verbrachte das Paar in Los Angeles. Newton starb im Alter von 83 Jahren in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2004 nach einem Verkehrsunfall in Los Angeles. Sein Wunsch war es, in seiner Geburtsstadt Berlin beigesetzt zu werden.
Helmut Newton revolutionierte mit seinem erotischen Stil die Modefotografie. Im November 1993 warf Alice Schwarzer ihm in der feministischen Zeitschrift Emma vor, seine Fotos seien nicht nur sexistisch und rassistisch, sondern auch faschistisch. Als Beleg führte sie 19 seiner Bilder an. Emma druckte die entsprechenden Bilder ohne Genehmigung in einer Ausgabe ab, was zu einer erfolgreichen Klage des deutschen Verlags Schirmer/Mosel mit Billigung Helmut Newtons wegen vorsätzlicher Urheberrechtsverletzung gegen den Emma-Verlag führte. Das Landgericht München verurteilte den Emma-Verlag zu Schadenersatz.
Helmut-Newton-Stiftung
Helmut Newton selbst hat zu Lebzeiten im November 2003 die Helmut Newton Stiftung gegründet. Im Folge der Gründung hat Newton zahlreiche Fotopositiven auf seine Stiftung übertragen. Mit dem Sitz in Zürich ist sie eine Stiftung gemäß dem schweizerischen Recht. Die Stiftung arbeitet international und verfolgt den Zweck, die fotografischen Werkes von Helmut und June Newton (später bekannt unter Alice Springs) zu präsentieren, zu wahren und zu schützen.
Die Helmut Newton Stiftung kooperiert und teilt sich ein Gebäude mit dem Museum für Fotografie Museum für Fotografie. Den Wünschen des Gründers und Namensgebers sollen die Ausstellungen, die bewusst in seiner Geburtsstadt Berlin beheimatet sein sollen, kein “totes Museum” sein als vielmehr eine “lebendige Institution”







