22. Januar 2008

Ein Gott hinter dem Lenkrad

Geschrieben von Klaus in Boxengasse, Zeitgeist 265 mal gelesen

walter_roehrl.jpgWohl nur wenige Menschen haben in ihrem Leben so viele Insekten mit den Seitenscheiben ihres Autos gekillt wie Walter Röhrl.

Jede Kurve quer, immer schön den Hintern raushängen lassen. Keiner wirft ein Auto so gekonnt ums Eck wie der schlacksige aus Regensburg. Röhrl ist zweifacher Rallye-Weltmeister, vierfacher Sieger der Monte Carlo.

Er ist der erste Fahrer in der Welt, der die 20,8 km der Nordschleife mit einem serienmäßigen Auto, einem Porsche 911 GT3, in weniger als acht Minuten fuhr.


Als 40-jähriger prügelte er einen Audi Sport quattro S1 durch 150 Kurven mit ständiger Absturzgefahr 20 Kilometer lang den Pikes Peak in Colorado/USA hoch. So schnell, dass nach ihm keiner mehr je diese Zeit erreichen sollte.

Am 7. März 2007 wurde Walter Röhrl 60 Jahre alt und anscheinend kein bisschen leise. Wer die Gelegenheit hat, mit ihm heute ein paar Runden um den Rennkurs zu drehen, steigt danach mit weichen Knien und flauem Magen, doch voller Begeisterung aus. So schrieb jüngst ein Beifahrer ins Gästebuch seiner Homepage www.roehrl-walter.de: “Er hatte noch Zeit, an seiner Uhr die Zeiten zu stoppen, während ich dachte, dass er schon laaaange bremsen sollte. Wahnsinn … ein Gott des Lenkrades!”

Nichtraucher und Asket Röhrl versichert bis heute glaubwürdig, dass es ihm stets um den harmonischen Bewegungsablauf, um die Schönheit des Fahrens in Extremsituationen gegangen sei. Nicht nur um gute Zeiten. Autofahren soll nach seiner Vorstellung funktionieren wie Skifahren. Ohne Nachdrücken, ohne Rutschen, den Schwung einmal ansetzen, dann muss er passen. Im Idealfall wird das Auto zu einem Körperteil.


Fanatiker der Präzision

Porsche holt ihn 1993. Für die Zuffenhausener gilt Röhrl als Perfektionist. Die Ingenieure schätzen seine Analysen nach Testfahrten. Und natürlich, dass er im selben Jahr die 24-Stunden von Le Mans gewinnt. Sein letztes Langstreckenrennen. Und heute, mit 60? Von Vorruhestand keine Spur. Noch immer steht Walter Röhrl auf der Porsche-Pay-Roll, als Repräsentant und Testfahrer des Sportwagenbauers. Sein Terminkalender ist entsprechend voll. Es bleibt wenig Zeit für Hobbys. Ski-, Trial- und Radfahren. Und neuerdings auch Golf. Es ist die Präzision der Schlagtechnik, die ihn fasziniert. Röhrl weiß, dieser Sport verzeiht keine Fehler, wenn man gut sein will. Er kennt das aus alten Rallye-Tagen.

Ein Kommentar zu ' Ein Gott hinter dem Lenkrad '

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  1. am 22. Januar 2008 um 17:49

    […] Seine Technik stammt von der Rennstrecke – und ist für den Alltag geschaffen. Bei kaum einem anderen Sportwagen ist man als Fahrer so in das Fahrzeug integriert wie beim neuen 911 GT3. Die Verbindung zum Fahrzeug ist so intensiv, dass man fast das Gefühl bekommt, Teil der Technik zu sein. Jede noch so kleine Regung des 911 GT3 geht direkt unter die Haut. […]

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