Kulturscheune versank in Schutt und Asche
Bericht aus der RNZ vom 08.02.2008
Von Günther Keller
Zum zweiten Mal innerhalb von 30 Monaten ist das Schlossensemble in Michelfeld von einem verheerenden Großbrand heimgesucht worden.
Gestern abend fiel aus noch ungeklärten Gründen die zum historischen Hofgut gehörende Kulturscheune in Schutt und Asche. Rund 150 Feuerwehrleute aus Angelbachtal und dem Umland hatten keine Chance gegen die Flammen, die im Innern des Fachwerkbaus reichlich Nahrung fanden. Als das Feuer gelöscht war, standen nur noch die Grundmauern des einst wuchtigen Gebäudes.
Ein Gast von “Lachers Restaurant” hatte gegen 18 Uhr einen Feuerschein durch die hohen Glastüren der Scheune gesehen. So berichtete es eine Mitarbeiterin. “Irrsinnig schnell” hätten sich die Flammen ausgebreitet.
Kein Wunder: Das etwa 200 Jahre alte Gebälk durchzieht den ganzen Bau von unten bis oben. Als die Feuerwehr eintraf, loderten die Flammen bereits aus dem hohen Dach. “Da war nichts mehr zu retten”, kommentierte ein Feuerwehrmann das Flammenmeer. Der Einsatz der Löschmänner konzentrierte sich deshalb darauf, ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Schlosshotel mit Restaurant zu verhindern.
Zutiefst geschockt musste Eigentümer Heinrich Schäfer sehen, wie erneut eines seiner Vorzeigeprojekte Opfer eines Feuers wurde. Im Mai 2005 war das Schloss, sein damaliger Wohnsitz, praktisch völlig zerstört worden. Nach langwierigen Restaurierungsarbeiten steht es inzwischen kurz vor der im September geplanten Wiedereröffnung als Hotelbetrieb. Noch gestern morgen hatte Heinrich Schäfer dem Angelbachtaler Bürgermeister Fritz Brandt seine Pläne für eine Erweiterung des Unterkunftsangebots vorgelegt. Ob sich dies nun wie vorgesehen realisieren lässt, steht in den Sternen. Fritz Brandt war gestern Abend ebenfalls zutiefst berührt von der zweiten großen Feuerbrunst innerhalb von gut zweieinhalb Jahren: “Es ist nicht zu fassen”, schüttelte er den Kopf. Im Sommer hatte es überdies im Restaurant von Schloss Eichtersheim gebrannt. Dort blieb der Schaden allerdings vergleichsweise gering.
Ein schwerer Schlag dürfte der Brand auch für Ina und Michael Lacher, das Pächterehepaar von Hotel und Restaurant, sein. Vor zwei Jahren hatten sie die Gastronomie übernommen und zu einem Paradebetrieb aufgebaut. Die Kulturscheune war fester Bestandteil ihres Angebotskonzepts, hier fanden die größeren Festlichkeiten wie Hochzeitsfeiern oder Firmenempfänge statt. Für das Jahr 2008 waren bereits Dutzende von Terminen fest vergeben. Lachers waren gestern noch in Urlaub, erfuhren per Telefon die Nachricht vom Brand.
Die Kulturscheune selbst war gestern nicht genutzt worden, die letzte Veranstaltung hatte vor vierWochen statt gefunden. In dem Gebäude sind neben einem etwa 200 Gäste fassenden Festsaal ein Kühlhaus, ein Getränkelager sowie die Terrassenbestuhlung untergebracht. Alles wurde komplett zerstört.
Mit Angaben über den Sachschaden war die Polizei gestern Abend noch vorsichtig: 500000 bis eine Million Euro, so schätzte Polizeisprecher Harald Kurzer. Über die Brandursache kann bisher nur spekuliertwerden. Die Experten der Polizei haben sofort die Ermittlungen aufgenommen.
Weiterführende Links








am 11. April 2008 um 09:30
Your blog is getting better and better! Previous posts were good, but this one is just FABULOUS.