Portrait Yves Saint Laurent
Yves Saint Laurent arbeitet als Bühnenzeichner avancierte später als Protege von Christian Dior zu einem der einflussreichsten Modedesigner des 20. Jahrhunderts.
Nach Diors Tod (1957) wurde Yves Saint Laurent zum Art Direktor bei Dior in Paris berufen. 1958 kreierte er mit großem Erfolg seine erste komplette Kollektion für Dior, bei der er die für Dior typische “New-Look-Linie” fortsetzte. Seinen Durchbruch feierte er nach seiner Karriere als Designer im Hause Dior mit einer avantgardistischen Kollektion, die als “Op-Art-Mode” entscheidend die Mode der Zeit beeinflusste.
Er befreite die Kostüme von Wattierungen und Versteifungen an Taille, Brust und Schultern, ohne auf die Pracht und die Fülle der Kostüme à la Dior zu verzichten, wodurch eine edle Schlichte in der Mode Einzug fand…
Mit seinem Damen-Smoking reservierte er sich bereits 1966 einen Platz im Modehimmel. Le Smoking wurde getragen von Lauren Bacall, Betty Catroux oder Lou Lou de la Falaise - und war zu dieser Zeit eine Provokation sondergleichen. So sorgte die New Yorker Prominente Nan Kempner für einen handfesten Skandal, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg erinnert, als sie 1968 mit einem Smoking das Restaurant La Cote Basque in Manhattan betreten wollte. Auf den Hinweis des Maitres, Hosen würden sich für Damen nicht schicken, ließ Kempner schlicht die ihren fallen - und nahm Platz.
Chanel hat den Frauen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts Freiheit gegeben, Saint Laurent hat ihnen dann später Macht gegeben …
Er schuf den „androgynen Typ“ in einer Zeit, in der die Weiblichkeit der Frau im Vordergrund stand. 1968 erfand er den Safari-Look; in den 70er Jahren ließ er sich von russischer Folklore inspirieren. Bergé würdigte Saint Laurent als einen Menschen, der die Mode in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie kein anderer geprägt habe.
Yves Saint Laurent wurde am 1. August 1936 im algerischen Oran geboren, wo er bei seinen Eltern aufwuchs und die Schule besuchte.
Saint Laurent war Sohn des leitenden Versicherungsangestellten Charles Saint-Laurent und dessen Frau Lucienne Mathieu. Die Großeltern beider Familien wiederum kamen aus Elsass-Lothringen und flohen während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 nach Nordafrika. Als er das 17. Lebensjahr erreicht hatte, zog Saint Laurent alleine nach Paris, wo er eine Ausbildung zum Mode- und Bühnenzeichner an der Modeschule der Chambre Syndicale de la Haute Couture absolvierte.
Erste Anerkennung fand Saint Laurent 1954, als er den 1. Preis des internationalen Wollsekretariats belegen konnte. Nun wurde auch der damalige Chefredakteur der “Vogue”, Michel de Brunhoff, auf seine Arbeiten aufmerksam, von denen er noch im selben Jahr zahlreiche Entwürfe in der französischen Ausgabe des Mode-Magazins veröffentlichte. Die Reaktionen waren überwältigend und Saint Laurent erhielt eine Anstellung als Designer im Hause Christian Dior, wo er auch weiter ausgebildet wurde.
Binnen weniger Monate stieg er hier, neben Christian Dior als dessen Protege, zum zweiten entscheidenden Couturier auf, der maßgeblich an allen Neuerungen beteiligt war. Nach einem Herzanfall verstarb Christian Dior am 24. Oktober 1957 und Saint Laurent wurde sein Nachfolger als Art Direktor im Hause Dior. 1958 kreierte er mit großem Erfolg seine erste komplette Kollektion für Dior, bei der er die für Dior typische “New-Look-Linie” fortsetzte.
In seiner Kollektion von 1959 brach er die Tradition des Hauses und präsentierte stattdessen eine völlig neue und avantgardistische Arbeit mit amerikanischen Einflüssen, die er “Beat-Look” taufte. Das Haus Dior wollte jedoch keinesfalls seine traditionelle Linie aufgeben, weshalb Saint Laurent aus dem Unternehmen Dior ausschied. 1960 wurde Saint Laurent, nach langjähriger Freistellung, zum Militärdienst eingezogen.
Im Jahr 1962 kehrte er nach Paris zurück, wo er mit Hilfe seines Freundes Pierre Bergé unter seinem Namen ein eigenes Couture-Haus eröffnete. Bereits im ersten Jahr beteiligte sich Saint Laurent mit der Fortsetzung der “Beat-Look”-Kollektion an der Prêt-à-Porter-Show in Paris. Seinen internationalen Durchbruch als Modemacher feierte er 1963 mit der sogenannten “Op-Art-Mode”.
Im Jahr 1965 folgten farbenfrohe Kostüme im Stil von Piet Mondriaan und 1966 entstand der “Schiwago-Look” mit ersten transparenten Oberteilen und Trenchcoats. Diese Modelle wurden innerhalb der neu gegründeten Linie “Rive Gauche” vertrieben, für die 1966 in Paris die erste Boutique eröffnet wurde.
Weitere populärmachende Impulse aus den Hause Yves Saint Laurent waren Ende der 1960er Jahre ein neuartiger “Nostalgie-Look” und Mitte der 1970er Jahre der “Edel-Bäuerinnen-Look” in popigen Farben. Anfang der 1980er Jahre entwarf Saint Laurent Bolero- sowie Liftboyjacken und sein Duft “Opium” avancierte neben “No. 5″ von Coco Chanel zu dem international erfolgreichsten Parfum.

Er machte auch in den 1980er Jahren, wie bereits 1967 für “Belle de Jour”, mit der Ausstattung zahlreicher Theater- und Ballettstücke auf sich aufmerksam. 1983 wurden Arbeiten von Yves Saint Laurent im Metropolitan Museum New York ausgestellt. Dabei war er der erste lebende Modedesigner, dem diese Ehre zuteil wurde.
Im Jahr 1985 erhielt er die höchste Auszeichnung der Modewelt, den “Oscar de la mode”, für sein Gesamtwerk überreicht und wurde von Präsident François Mitterand in den Adelsstand der Ehrenlegion erhoben. Nach weiteren erfolgreichen Jahren, in denen Yves Saint Laurent 1995 zum Offizier der Ehrenlegion ernannt wurde, zeigte er im Oktober 1998 die letzte Prêt-à-Porter-Kollektion für das Label “Rive Gauche”.
Im Jahr 1999 wurde das Unternehmen, das im Laufe der Jahre in ihrer Haute Couture auch Herrenmode, Pelze, Schmuck, Parfums und eine Reihe von Accessoires entwarf, vom italienische Modehaus Gucci übernommen. In den folgenden Jahren zählte somit auch der Gucci-Designer Tom Ford zum führenden kreativen Personal bei Yves Saint Laurent. 2002 trat er auch als Berater und Designer zurück.

Yves Saint Laurent starb am 1. Juni 2008 in Paris.
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am 4. Juni 2008 um 20:35
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